In der Schöpfung ist einiges

durcheinander geraten;

aber es gibt sie noch,

die wunderbaren Dinge,

als da sind

barocke Musik,
Kentauren
und die Nacht.

Wer wollte das bezweifeln?
 

Aktuelles

Fortführung der gemeinsamen Lesereise mit Marlies Jensen-Leier:

VON UNS AUS: Neuausrichtung.
Lesung zu JETZT.

Mehr Infos auf www.leierliest.de

Lesung vom 13.01.2022 wird bis auf weiteres wegen der Corona-Lage verschoben
Neuer Termin im Frühling in der

Galerie Morgenland

Sillemstr. 79, Hamburg-Eimsbüttel

Die Autorinnen Ute M. Pfeiffer und Marlies Jensen-Leier eint die Sorge um den Bestand des Lebens auf unserem Planeten. Darum haben sie Anfang 2020 im Literaturhaus Schleswig-Holstein eine Lesereise begonnen, die nach einem weiteren Auftritt im Rahmen der Ausstellung „Planet im Aufbruch“ in Meldorf durch Corona gestoppt wurde.

Jetzt lesen sie weiter, eigene und andere Texte zur Zeit, dialogischer Wechsel zwischen ge- und erlebter Geschichte, Kurzprosa und Lyrik. Es braucht jetzt neue gesellschaftliche Übereinkünfte, eine andere, eine überparteiliche Debatte auf allen Ebenen.

Immer mehr Menschen wollen die gewohnte Blickrichtung auf ihr Leben und dieses Leben durch Erkenntnis und Dialog verändern. Dabei geht es um neue soziale Bewegungen, die den globalen Verantwortungszusammenhang erkennen, Demokratie weiterentwickeln und gemeinsam neue gesellschaftliche Übereinkünfte aushandeln – z.B. Neugestaltung lokaler Systeme weltweit, die ein Überleben sichern. Die zu einem WIR-Gefühl auf unserem Planeten führen, der uns alle vereint.


 

Zeichnung: Jan Helbig
Lesungen.jpg

Bewusst

Wenn oder falls ich als Alte von Online nach Offline gehe, begebe ich mich nach ganz Alt. Aber noch erinnere ich das stolz-erregende Gefühl, 
wenn der ausgestellte, leichte Rock 
beim Tanzen gegen die Beine schwang.

Wegen meines Alters werde ich zur Risikogruppe gerechnet. 
Ich trainiere mein Gedächtnis, 
lese die Tageszeitung, besonders das Feuilleton, 
denke über das Gelesene nach, bevor ich es vergesse, 
kann mit all den Informationen bewusst nichts verändern. 



 

Stochere ich deshalb im Nebel? Nein!, ich stehe im Regen, 
lasse die Tropfen an mir herunterrinnen, beobachte einen 
an der Tülle meiner Teekanne, ihr Weiß, 
ihre vollendete Tropfenform, kranichgleich, 
und lebe meine Zeit.

Die Zeit des Teilens – ich teile 
zuerst mit den gefiederten Freund:Innen, 
danach mit Wild und Fischen. 
Dann folgt das eingeschränkte Teilen unter allen, 
später kannibalistisch der Leichen.

Gleichzeitig vermerke ich 
das Ausbluten unserer Selbst, 
zuerst der Schwachen, 
danach der Empathischen und Alten, 
dann bleiben nur noch zwei übrig, 
Bezos und Musk.

 

Ute M. Pfeiffer / 1-2022